Der Gefiederte Lachs in England…
Der Gefiederte Lachs in England
Und wieder sitze ich in einem Flugzeug. Gerade sind es 8 Tage seit dem Unfall auf Bali her, das Schienbein halbwegs geheilt, das Equipment wieder gepackt und im Bauch der British Airways-Maschine verstaut.
Ich lasse mich in meinen harten Sitz plumpsen, so in etwa stelle ich mir einen Überlandbus in Pakistan vor. Die Stewardess rät mir, meine Decke und das Kisselchen in meinem Rücken zu verbergen, sonst müsse sie es mir leider wegnehmen. Schließlich sei ich ja am Notausgang. Ob sie in Pakistan im Bus auch so drauf sind?
Nach dem 30-Stunden Marathon von Bali über Dubai und Barcelona nach Mexiko vergehen die ungemütlichen 10 Stunden nach London wie im Flug (haha).
Landung in Heathrow, Zug westwärts nach Reading, wo ich die erste Nacht verbringen werde. Ruhig zieht der Fluss Kennet seine nächtliche Runde durch das Städtchen, und ich suche einen Geldautomaten. Den ich bis heute – 5 Tage später – immer noch. nicht gebraucht habe. Denn alles geht hier “cashless”, vielfach ist Bargeld gar nicht mehr erlaubt. Die Berichte aus Telegram-Kanälen werden zu erlebter Realität…
Passend ein Glas Alpaca-lypse-Bier (das Leben hat echt Humor, die Briten auch). Die Managerin im fröhlich-lauten Hotel-Pub fragt mich, ob wir in Mexiko auch wochenendes feiern würden. So wie sie in England. Ich bestätige, dass auch in Mexiko gerne gefeiert wird, und sie freut sich.
Am nächsten Morgen gen Glastonbury.
Drei Tage vor dem Flug hatte mir mein Interviewpartner in Wales abgesagt, und so habe ich mich spontan für Glastonbury, das spirituelle Zentrum Englands, entschieden. Warum, wußte ich nicht. Ist halt Serendipity Filmmaking, und man folgt und vertraut dem Gefühl.
Die Innenstadt Glastonburys wartet pittoresk und mit allerlei Esoterik-Läden auf. Buddhas, Hindugötter, keltische Symbole, Halbedelsteine und Quarze, Feenfiguren und noch vieles mehr. Auf den ersten Blick ein kleines Eso-Disneyland. Dazu passt auch der Schotte in Kilt und “voller Montur”, der den Dorfplatz schmückt.
Aber dahinter ist mehr, spüre ich. Schließlich soll hier Avalon gelegen haben und vermutlich – auf anderer Frequenz – immer noch liegen. Die Gebeine von Artus und Guinevere sollen hier vor Jahrhunderten in der Abtei gefunden worden sein, Drachen flogen über den einsam aufragenden Turm auf dem Glastonbury Tor. Josef von Arimatäa soll hier in Glastonbury die erste chrisliche Kirche gegründet haben, ein dorniger Busch zeugt heute noch von diesem magischen Ereignis.
Am Morgen des dritten Tages begrüßt mich die aufgehenden Sonne und malt spektakuläres Licht über die Ebene von Somerset, und mein “medicine walk” beginnt…
(Davon mehr im nächsten Post…)